KANTINE backstage

30. November 2009

3 Fotos von Monsters of Liedermaching

Filed under: Bilder,Konzertberichte — Schlagwörter: — KANTINE-Team @ 17:38

Liebe Leute,
hier noch 3 Fotos vom 22.11.2009 in der KANTINE.

Vielen Dank an Wolfgang Heisel für die freundliche Bereitstellung der Fotos.
www.wolfgangheisel.de

26. November 2009

Unser Weihnachts-Geschenktipp – “Seit ich ein Tier bin”

Filed under: Fundstücke,Kantine-Stories,Tipps — KANTINE-Team @ 19:43

Unser Weihnachts-Geschenktipp – das Buch “Seit ich ein Tier bin” von Christian Bartel und wie es dazu kam…

Sonntag Abend, 22.11.09, Konzert mit den Monsters of Liedermaching. Schon seit 13 Uhr gerödelt. 70 Bierbänke unter der Bühne rausgekramt und sauber in der Halle auf dem Dancefloor aufgereiht.
Monsters sind zum zuhören, singen lustige, intelligente und dumme Lieder in unserer Muttersprache. Da muss man sitzen, um das zu verstehn. Wie beim Fernsehn. Sogar einen Kühlschrank brauchen die auf der Bühne, mit Bier drin, aber auch um drauf zu stehn.  Um 19 Uhr ist alles aufgebaut und gesoundchecked. Es ist Einlass, und wir gehen bei Slatko essen. Nachbar Schirm 2000 Klaus ist auch da. „Wer sind denn die ganzen Jungs da?“ „Die spielen gleich. Lieder die auch mal was tiefer gehen. Vielleicht gefällts dir.“
christian_bartel Um 20 Uhr zurück in der Halle muss ich das Dekolicht ausmachen. Die Show beginnt. Ein Monster kommt auf die Bühne und erklärt, dass die Vorgruppe „Wohnraumhelden“ nicht spielt, dass das irgendwie ein  Versehen war, aber dass stattdessen ein Christian Bartel als Support auf die Bühne kommt. Tut der dann auch. Sagt, dass er keine Musik macht und nicht singt, dafür was vorliest.
Und dann kommt die Geschichte von Frau Pichelsteiner und der sprechenden Katze. Und: die kenn ich! Die ist aus meinem Lieblingsbuch 2009. Hat mir eine Kantinengästin geschenkt, mit der ich mich über Lesen und Bücher unterhalten habe. Das geht tatsächlich in der Kantine. Ok, nicht auf dem Dancefloor, aber man findet ruhigere Eckchen. Sagt die doch tatsächlich: „Ich hab eins im Auto, hab ich grad ausgelesen, kennt keiner, junger Bonner Schriftsteller, kleiner Verlag, dass schenk ich dir.“ Ich hab sie nie wieder gesehen, und das Buch war ein Treffer. Ich hab es selber inzwischen an die 10 Mal verschenkt. Bin gleich nachdem Christian Bartel nach seinem Auftritt von der Bühne kam ,und die Monsters anfingen, zu ihm, hab mich vorgestellt, und ihm die Story erzählt und gleich noch mal 10 Bücher von ihm am Merchstand kaufen wollen. Ging nicht, hatte nicht so viel am Merchstand, aber noch welche im Auto. Ok machen wir später.
Monsters spielen. Kommt Schirm 2000 Klaus rein. Steht neben mir, hört zu. „He Klaus, liest du eigentlich manchmal? Hast leider grade den Schriftsteller verpasst, der hat aus seinem Buch vorgelesen“. Schirm 2000 Klaus sagt, dass er schon Jahre kein Buch mehr gelesen hat, liest Sport im Express, hat ne Dauerkarte für den FC, die er aber nach dem gestrigen 0:4 gegen Hoffenheim wieder kündigen will.
Bush hat auch mal gesagt, dass er nicht liest. Schirm 2000 Klaus hat nichts mit Bush gemein. Schirm 2000 Klaus kann Witze. Sowie, he kennste den? Ein Bauer hat drei Söhne. Kommt der Älteste zu ihm und sagt: „Vatter, ich hät gern nen Porsche.“ Sagt Vatter: “Du spinnst wohl Sohn. Solang der neue Trecker nit bezahlt ist, kannst du zu Fuß gehen.“ Kommt der zweit Älteste zu ihm und sagt: „Hey Alter ich hät gern nen Golf.“ Erwidert der Bauer: „Solang der Trecker nit bezahlt ist kannst du zu Fuß gehen.“ Ok, kommt der kleine 5 jährige zum Vater und sagt: „Pappi, ich will ein Bobby Car zu Weihnachten.“ „Solang der Trecker nit bezahlt ist, musst du zu Fuß gehen.“ Geht der kleine raus auf den Hof. Sieht wie der Hahn auf die Henne steigt. Nimmt Anlauf und gibt dem Hahn einen Tritt in den Arsch und sagt: „Solang der Trecker noch nit bezahlt ist, kannst du zu Fuß gehen.“ Na gut, Schirm 2000 Klaus kann Witze, aber liest nicht. Ich kann keine Witze, vergess die immer, aber wenn Schirm 2000 Klaus einen erzählt, muss ich lachen. Meistens.
Da bin ich dann noch mal zu Christian Bartel an den Merchstand, und sag ihm, jetzt musst du mir doch schon mal eins von den 10 Büchern geben und als Widmung reinschreiben: „ Für einen, der nie liest“. Ich geb Schirm 2000 Klaus das Buch. Der freut sich über das ungewöhnliche Geschenk und steckt es hinten in seine Jeanshosentasche. Er kennt sich aus. Taschenbuch. Prima Geschenk. Passt auch in kleine Frauenhandtaschen. Ob er´s wohl liest? Ich werd´s erfahren, du lieber Leser vielleicht nicht. Vielleicht erzählt Schirm 2000 Klaus ja auch mal ne Geschichte aus dem Buch, wenn er´s dann gelesen hat.
Ja, und jetzt kommt endlich eine Geschichte von Christian Bartel, ich würde vorschlagen: „Für das erste Mal war´s nicht schlecht“. Die könnte man mittendrin enden lassen, weil, die ist ja spannend, will ja wissen, wie der Überfall ausgeht. Also die kommt dann hier:

Fürs erste Mal wars nicht schlecht. (Auszug)

Natürlich sind über den Damenumkleiden keine Videokameras installiert worden. So was ist ja verboten. Aber letztes Jahr wurde der Laden umgebaut, weil die Zentrale gesagt hat, dass die Kasse nach vorne soll. Mir persönlich ist es ja scheißegal, aber jetzt sind die Damenumkleiden halt auch videoüberwacht, weil niemand die Kameras da drüber weggemacht hat.

Aber in der Damenumkleide wird eh am meisten geklaut. Was Frauen sich alles unterziehen können, ohne dass es groß auffällt, ist der Hammer. Männer stopfen sich die Sachen gleich am Regal unter die Jacke und rennen sofort raus, wenn sie glauben, dass der Kaufhausdetektiv sie bemerkt hat. Daran erkennt sie der kluge Detektiv, sagt Horst, und der ist ja einer. Für Männer bräuchte man eigentlich keine Videoüberwachung, sagt Horst.
Der Vorvorgänger von Horst hat sich mal einen blasen lassen. Das Mädchen hätte ihm das angeboten, als er sie erwischt hat, hatte er jedenfalls behauptet, aber wie dann rausgekommen ist, dass die erst vierzehn war, hat ihm eh keiner mehr was geglaubt. Horst sagt, der sitzt immer noch. Danach mussten alle Detektive eine Schulung machen, aber Horst hat geschwänzt, weil er den Dozenten von früher kannte, der war auch mal bei der Polizei. Aber das macht nichts, weil Horst ist ja eh schwul.

Wir sollen die Monitore ausmachen, hat die Geschäftsleitung irgendwann gemeint und nur im Bedarfsfall benutzen. Wenn jemand was klaut, zum Beispiel. Aber es wird ja immer geklaut und wir kriegen jedes Mal Prämie, deswegen sind die Monitore immer an und meine Schwester zum Beispiel geht nicht mehr einkaufen bei uns, obwohl sie über mich Prozente kriegen würde.
Bea sagt, daß Hassan manchmal wichst, wenn Mädchen sich umziehen. Das kann auch sein, obwohl Hassan Moslem ist und die dürfen viele Sachen ja nicht. Mit Hassan arbeite ich trotzdem lieber, weil er immer Essen mitbringt. Dafür kriegt er meine Zeitung, wenn ich die durch habe. Wegen seinem Deutsch. Das muß besser werden, sagt er.
Heute ist nichts los und Marktleiter Villinger kommt erst am Nachmittag, deswegen rauchen wir die Bude voll, außerdem haben wir den Rauchmelder abgeklemmt. Horst liegt im Lager auf einem Haufen Cashmere-Pullover und schläft, weil er gestern saufen war.
Hassan und ich schauen uns seit vier Stunden fast leere Monitore an. Hassan wird unruhig, erzählt umständlich was von Kindergarten, seiner Frau und Putzen und geht dann. Viel bringt das Zeitunglesen bei ihm ja nicht, aber ich weiß eh, dass er die Tochter abholen muß, das tut er Montags immer. Drei Mädchen wühlen in einer Grabbelkiste und setzen sich lachend Unterhosen auf den Kopf.
Dann gehen sie wieder und ich mache mir ein Bier auf.

Peggy kann nicht mehr. Sie muß sich hinsetzen und noch mal tief durchatmen. Das ist ja ihr erster Überfall.
Deswegen überfällt sie auch keine Tankstelle oder eine Bank.
Hier im Laden kennt sie sich nämlich aus.
Sie kramt noch ein bisschen bei den T-Shirts herum, um nicht aufzufallen und weil das rote Oberteil wirklich schön ist. Das wird sie dann auch noch mitnehmen, überlegt sie und geht steifbeinig zu den Damenumkleiden, weil ihr die Knie zittern. Peggy läßt sich auf die Bank fallen, den Kopf zurücksinken und macht die Augen zu. Ihr ist schwindelig. Sie kann auch einfach wieder gehen, denkt sie, dann wäre nichts passiert. Aber es ist ja noch nie was Aufregendes passiert bei ihr, und deswegen ist sie auch hier, unter anderem. Außerdem braucht sie Geld. Nicht die sechshundert Euro am Ende des Monats. Sondern ganz viel auf einmal. Zehntausend oder so. Warum, weiß sie selber nicht genau.
Peggy macht ihren Rucksack auf und zuckt zusammen, weil sie gleich die Waffe in die Hand nehmen muß. Sie weiß ja nicht mal, ob die wirklich echt ist oder nur Gas verschießt. Er hat zwar immer behauptet, dass sie echt ist, aber er hat ja immer alles mögliche behauptet, der Arsch. Patronen sind jedenfalls drin, da hat sie nachgeguckt.

Das ist wirklich die Peggy, da auf dem Bildschirm. Ich hab sie erst nicht erkannt, weil sie jetzt schwarze Haare hat. Früher war sie blond, mit komischen Strähnchen drin. Peggy kommt aus Sachsen oder so und meine Schwester hat sie früher deswegen immer verarscht. Ich mochte aber ganz gern, wie sie geredet hat. Aber sie war ja mit diesem Arschloch zusammen, deswegen hab ich nie was gesagt. Wieso sitzt die denn so lange in der Kabine rum? Ich glaube, die heult.

Peggy reißt sich zusammen, wischt sich noch mal über die Augen und zieht die Skimütze über. Dann holt sie die Waffe aus dem Rucksack und übt ihren Text. Ohne zu stottern, ohne, dass die Stimme wegsackt und ohne diesen Dialekt, der ist ihr ja eh peinlich.

Scheiße. Die will den Laden überfallen. Oder was soll das sonst?

Also, wenn ihr neugierig seid, wissen wollt, wie die Geschichte ausgeht, noch schöne Geschenke für Weihnachten sucht, kauft und verschenkt „SEIT ICH TIER BIN“ von Christian Bartel. Das Buch hat keine noch so große Buchhandlung in der Innenstadt vorrätig. Hab ich ausprobiert. Kann man da aber bestellen. Die finden das im Computer und am nächsten Tag kann man es abholen. So kann man das auch an der kleinen Buchhandlung nebenan machen, die haben auch den Computer.  Was ich damit sagen will: Think global, buy local.

Frohe Weihnacht,
herzlichst,
Marcus.

PS: Sofern ihr nur neugierig seid, wie das mit Peggys Überfall weitergeht, fragt uns oder Schirm 2000 Klaus, und wenn der´s nicht weiß, soll er euch einen Witz erzählen.

23. November 2009

Das war ein Mega-Konzertwochenende

Filed under: Allgemeines,Kantine-Leben,Konzertberichte — Marc @ 20:03

Am Wochenende beehrten uns wieder einmal alte Bekannte: Die schon zu DDR-Zeiten berühmte Truppe “Keimzeit” am Donnerstag, Samstag dann die grandiose U2-Band “Achtung Baby” und schließlich Sonntag die sechs Troubadoure von “Monsters Of Liedermaching”. Allen Bands gemeinsam: Sie zogen dieses Jahr wieder einmal mehr Fans an, als die Jahre davor und alle drei haben Euch und uns ein Grußwort hinterlassen… Schaut hier:

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